Cankuna

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Nathalie und Motte

Die Motte spricht

Nathalie und Motte

Die kleine Motte …

 

 

… war eine 5-jährige Cocker-Spaniel-Hündin, unsicher, schlecht sozialisiert und bisweilen reichlich unverschämt. Da sie von ihren Menschen keine ausreichende Orientierung bekam, versuchte sie alleine klarzukommen und war damit völlig überfordert. Sie fühlte sich ständig bedroht und hielt deshalb prophylaktisch Mensch und Hund auf Abstand. Annäherung wertete sie grundsätzlich als Angriff und hielt sich unerwünschte Nähe ohne größere Vorwarnung durch effizientes Zubeißen vom Leib. An anderen Hunden hatte sie kein Interesse, bei Annäherung schnappte sie sofort zu. Trotz umfangreicher Trainingsbemühungen nahm ihre Aggressivität über die Jahre stetig zu.

 

 

Die Trendwende gelang erst, als ich eine erste Ahnung davon bekam, welche Vorstellung mein Hund von einer glaubwürdigen Führung hat. Die Probleme in unserer Beziehung begannen sich innerhalb weniger Tage zu lösen, wir haben gelernt, wechselseitig Respekt und Vertrauen aufzubauen, und die kleine Motte hat innerhalb kürzester Zeit aufgehört, zu beißen. Schritt für Schritt haben wir körperliche Nähe aufbauen können. Das Problem mit anderen Hunden allerdings konnte ich allein nicht lösen. Deshalb bin ich auf die Trainer von Cankuna aufmerksam geworden, die eine Resozialisierungsgruppe anbieten; ich war überzeugt, dass mein Hund nur in der Gruppe lernen würde, sich mit anderen Hunden zu arrangieren.

 

 

Zum ersten Kennenlernen habe ich deshalb ein Seminar zum Abhalten fremder Hunde besucht. Daniel hat uns gezeigt, wie man mit einfachen Mitteln all die Hunde abhalten kann, die in bester Absicht mal eben Hallo sagen kommen, während der andere Hundehalter „der tut nix“ hinterherruft und der eigene Hund an der Leine zum Atompilz mutiert. Da aber unser Ziel war, Distanz zu Hunden nicht auf-, sondern abzubauen, bekam die kleine Motte umfassende „Gruppentherapie“ verordnet. Seitdem besuchen wir jede Woche die Resozialisierungsgruppe und nehmen an dem geführten Gruppenspaziergang teil.

 

 

In der Resozialisierungsgruppe lernen die Hunde, unter der wachsamen Aufsicht von mehreren Trainern ihre wechselseitige Anwesenheit auszuhalten. Sie lernen, Konflikte zu vermeiden und stattdessen angemessene Kommunikation einzusetzen. Wenn es dennoch zu Konflikten kommt, werden die Hunde unter der Führung der Trainer wieder zueinander geführt. Besonderen Wert legen die Trainer auf Entspannungsübungen, bei denen die Hunde auf der Seite liegen und ungeachtet der Nähe der anderen Hunde durch besondere Massagetechniken zu entspannen lernen. Diese Entspannungsübung wird in belasteten Situationen gezielt angewendet, um dem Hund Sicherheit und Ruhe zu vermitteln.

 

 

An dem geführten Gruppenspaziergang nehmen häufig 20 bis 30 Hunde mit ihren Menschen teil. Der Spaziergang gibt den Hunden Gelegenheit, in einer größeren Gruppe mit immer wieder unterschiedlichen Hunden frei zu laufen und Kontakt zu knüpfen; die eigenen Hunde der Trainer übernehmen dabei oftmals eine Vorbildfunkton und bieten Orientierung im richtigen Umgang innerhalb der Gruppe. Zudem werden regelmäßig Trainingssequenzen eingebaut, in denen die Hunde - und die Halter - lernen, mit belastenden Situationen umzugehen. Dabei wird ganz individuell auf die Problemstellung des jeweiligen Hundes eingegangen, zudem bekommt man jederzeit Tipps, Anregungen und Hilfestellungen für den Alltag.

 

 

Die kleine Motte hat diese Gruppenübungen mit sehr gemischten Gefühlen begonnen. Sie war zu Beginn ängstlich und aggressiv und konnte die Nähe der anderen Hunde nur schwer ertragen. Allerdings hat sie instinktiv Vertrauen zu Daniel aufgebaut, bei dem sie Schutz gesucht und auch gefunden hat. Bereits nach einigen Wochen hat sie sich soweit entspannt, dass sie beginnen konnte, Kontakt zu den anderen Hunden aufzunehmen. Sie hat gelernt, in unangenehmen Situationen angemessener zu reagieren und Verhaltensweisen erlernt, die es ihr ermöglichen, auf Aggressionen immer öfter zu verzichten. Mittlerweile, nach etwa vier Monaten, läuft sie in der Gruppe fröhlich und aufgeschlossen mit, freut sich über Kontakt zu Menschen und Hunden und hat eine unglaubliche Lebensfreude entwickelt. Sie ist selbstbewusster geworden und ihre Toleranz auch gegenüber distanzlosem Verhalten anderer Hunde ist erheblich gestiegen – selbst wenn sie im Eifer des Gefechts von den Großen einmal umgerannt wird, bringt sie das kaum noch aus der Ruhe. Zudem ist sie in der Lage, das in der Gruppe erlernte Verhalten auch auf fremde Hunde zu übertragen, die wir auf unseren Spaziergängen treffen, so dass auch diese Hundebegegnungen immer entspannter werden.

 

 

Die gemeinsame Arbeit in der Gruppe hat auch unsere Beziehung zueinander weiter verbessert. Besonders durch die Entspannungsübungen, die wir zu Hause vertieft haben, hat die kleine Motte gelernt, körperliche Nähe nicht nur zu ertragen, sondern auch zu schätzen. Von einer angespannten, neurotischen kleinen Zicke hat sie sich in einen freundlichen und zugewandten kleinen Hund verwandelt, der sich mit Begeisterung knuddeln lässt und für jeden Schabernack zu haben ist.

 

 

Dem Team von Cankuna gebührt unser Dank und unsere Hochachtung. Hier wird nicht mit künstlichen Hilfsmitteln konditioniert, sondern mit tiefreichendem Verständnis für hündische Verhaltensweisen natürlich kommuniziert. Bei keiner anderen Hundeschule habe ich erlebt, dass mein zu Beginn so schwieriger Hund so freundlich und unvoreingenommen aufgenommen wurde und dass sich die Trainer so sehr mit mir über die erzielten Fortschritte freuen. Wir haben noch sehr viel von Euch zu lernen – wir freuen uns darauf !