Cankuna

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Pepper

Marion und Pepper

Ende der Neunziger Jahre wurde ich über das Westernreiten auf die Rasse Australian Shepherd aufmerksam. Nach vielen Informationen über diese Rasse zog, 1999 unser Eisbär bei uns ein.

 

Er war vom ersten Tag ein absoluter Traumhund. Da ich mit Jagdhunden groß geworden bin, faszinierte mich seine ständige Aufmerksamkeit und sein Bestreben immer alles richtig zu machen. Ich bildete ihn zu einem

perfekten Reitbegleithund aus und machte Breitensport mit ihm. Im Umgang mit anderen Hunden war er total un- kompliziert. Das ganze Leben mit ihm war in jeder Situation völlig entspannt. 8 Jahre später zog ein zweiter Aussierüde, allerdings ein Mini, namens Murphy bei uns ein. Murphy war ein absoluter Kobold. Er ließ kein Fettnäpfchen aus. Die beiden Rüden waren

 

ein absolutes Dream Team und wir hatten sehr viel Freude mit den Beiden. Murphys Erziehung gestaltete sich sehr einfach, da er sich sehr an Eisbär orientierte und als er groß genug war, lief auch er perfekt mit am Pferd. Alles easy ! Leider durften wir dieses Glück nur 2 Jahre genießen.

 

Vor 5 Jahren verloren wir, unseren über alles geliebten Eisbär, durch ein schreckliches Unglück. Wir standen alle unter Schock und unser lustiger Murphy verlor seine Lebensfreude. Er lag im Haus nur hinter der Toilette und trauerte. Daraufhin entschlossen wir uns, ihm wieder einen Freund

an die Seite zu stellen. So kamen wir zu Pepper. Dieser Hund sollte mein Lehrmeister werden. 4 Monate alt, ein Übrigbleibsel in einem Wurf, da zu groß

geraten als Mini, nette Züchter, tolle Elterntiere, ein schöner Hof, allerdings in absoluter Alleinlage im Wald. Ich hatte von Anfang an meine Zweifel, ob

er der Richtige für uns ist.

Da ich ja allerdings nicht ganz unerfahren im Umgang mit Hunden war, ließ ich in dem Moment mein Herz über den

Verstand sprechen. Das Zusammenleben mit Pepper gestaltete sich vom ersten Tag an als extrem schwierig. Er urinierte 6 Wochen lang fast ununterbrochen, obwohl er gesund war. Er ließ sich nicht anfassen und man hatte den Eindruck die ganze Welt sei über ihm zusammengestürzt. Er kannte nichts. Einzig Murphy war für ihn wie ein Rettungsanker.

 

Die beide Jungs verstanden sich super. Es ist mir dann gelungen nach relativ kurzer Zeit eine enge Bindung zu ihm aufzubauen. Unser Haus und unser Garten wurden dann seine sichere Burg, doch das Leben da draußen, war für ihn eine Katastrophe. Wenn wir aber im Reitstall waren, tobten die Beiden dort mit all den anderen Hunden

und Pepper war ein völlig normaler Hund. Wenn er sich sicher fühlte, konnte man toll mit ihm arbeiten. Er lernte unglaublich schnell und verblüffte mich immer wieder mit seiner Intelligenz aber auch mit seiner Raffinesse. Hundebegegnungen draußen waren auch völlig unkompliziert. Allerdings häuften sich dann, in relativ kurzer Zeit, einige

Übergriffe anderer unangeleinter Hunde. Für Pepper´s mega sensibele Seele ein Fiasko. Von jetzt auf gleich ging er auf jeden Hund los, selbst auf die, wo er Tags zuvor noch mit gespielt hatte. Nach mehreren Beißattacken seinerseits, ging ich dazu über, beide Hunde, bei Hundebegegnungen immer anzuleinen.

Prompt hatte ich zwei Leinenterroristen. Gemeinsame Spaziergänge mit meinen Hundefreundinnen blieben aus. In den Reitstall konnte ich sie auch nicht mehr mitnehmen. So musste ich meine beiden Hobbys, Hund und Pferd, strikt voneinander trennen, von Ausritten mit den Hunden mal ganz abgesehen. So wurde meine Welt immer kleiner.

 

Pepper entwickelte dann noch ein extremes Territorialverhalten und einen Schutztrieb mir und sicher auch Murphy gegenüber. Ich holte mir daraufhin Hunde- psychologische Hilfe. Das lief allerdings nur auf Alternativen wie Klickern und Ablenkung durch Leckerchen ect. hinaus und half nicht. Also lebten wir drei weiterhin in unserer

kleinen Welt und gingen allem und jedem aus dem Weg. Im vergangenen Urlaub, hatte ich das Glück, ein paar Tage mit einem Hundetrainer zu arbeiten, der verhaltensauffällige

Hunde korrigierte. Jetzt hatte ich endlich einen Ansatz. Es wurden neue Regeln aufgestellt, konsequent umgesetzt und beibehalten. Nach ein paar Wochen hatte ich es geschafft, Pepper´s Territorial-verhalten umzulenken und der Schutztrieb wurde etwas geringer. Doch was den Umgang mit anderen Hunden anbelangte, hatte ich weiterhin keinen Erfolg.

Seine starke Aggressivität blieb. Anfang des Jahres erkrankte unser Murphy ganz plötzlich an schwerer Epilepsie, verblieb in einem Anfall im Status Epileptikus, erblindete und erlitt einen Hirnschaden. Am 1. Januar mussten wir ihn mit nur 6 Jahren einschläfern lassen. Nun war Pepper alleine. Ein Hund der nur eine Handvoll Menschen in seiner Nähe

duldete und andere Hunde hasste. Mir half er aber bei meiner Trauer um Murphy. Ich musste ja weiterhin für ihn da sein und er brauchte meine volle Aufmerksamkeit. Es wurde dann, mit nur einem

Hund, einiges einfacher, doch die Probleme blieben. Da ich weiterhin Kontakt zum meinem Urlaubshundetrainer hielt, machte er mir den Vorschlag nach einem Resozialisierungsrudel Ausschau zu halten.

 

Und so kam ich zu Cankuna und zu Karin und Daniel. Nach einer ersten Begutachtung meines Hundes, wurde bestätigt, dass Pepper sehr aggressiv fremden Menschen und Hunden gegenüber sei.

 

Also nichts wie ab in´s Rudel. Ich war total happy, dass man mir diese Möglichkeit bot. Die ersten Besuche waren aber alles andere als easy. Ich hörte dann, dass sich bei den meisten Hunden das Verhalten schon nach wenigen Besuchen positiv veränderte. Mein Pepper dachte überhaupt nicht daran. Ich war immer völlig geschafft, aber aufgeben kam nicht in Frage. Daniel führte dann mal ein kurzes Gespräch mit meinem Hund und ließ danach noch seinen Malinoisrüden mit ihm reden und plötzlich wurde Pepper klar, besser wäre es sicher, er würde sich benehmen. Und dann ging es langsam aufwärts. Mittlerweile ist er entspannter, erträgt die Anwesenheit seiner Artgenossen, lässt sich anrempeln und sucht sogar die Nähe von Karin und Jasmin und lässt sich streicheln. Unglaublich !

 

Natürlich lässt sich sein Verhalten im Rudel nicht eins zu eins in die Welt da draußen übertragen, aber Hundebegegnungen werden für ihn jetzt immer undramatischer. Er geht vorbei und gut ist. Ich steuere jetzt bewusst Orte an, wo ich anderen Hunden begegne und kann mich, mit gewisser Distanz, auch mit Leuten unterhalten. Die wundern sich, wo ich solange war J

 

Daniel hat ein großes Wissen eine unglaubliche Ruhe und Energie und überträgt das auf Mensch und Hund. So langsam werde auch ich entspannter. Die Welt wird wieder ein kleines bisschen größer.

 

Natürlich sind wir erst ganz am Anfang. Aber dahinten, am Ende des Tunnels, leuchtet ein kleines Licht. Noch ist es klein, aber für dieses kleine Licht danke ich dir Karin und vor allem dir, Daniel.

 

So schnell werdet ihr uns nicht mehr los J

 

 

 

Update 05.08.2014

 

Nachdem wir im Februar begonnen haben, regelmäßig das Rudel zu besuchen und Pepper immer unauffälliger wird, habe ich mit ihm den Workshop " Wie halte ich fremde Hunde fern" erfolgreich absolviert.

Zu meiner großen Überraschung sogar ohne Maulkorb. Pepper hat sich völlig unauffällig den anderen Hunden gegenüber verhalten. Nur ich hatte wieder meine Schwierigkeiten, genügend Vertrauen in meinen Hund zu haben und so war ich anfangs etwas blockiert. Aber dann war alles gut. Nachdem wir dann zuhause fleißig das Erlernte geübt haben, kamen dann auch schon bald erste Erfolge. Es war erstaunlich, wenn man das Erlernte umsetzt und durch den Workshop auch ein größeres Selbstvertrauen lernt, wie einfach es war, zumindest einzelne Hunde von seinem Hund fernzuhalten. Als mir das, das erste Mal gelang und der Hund so schnell wieder weg war, wie er angeschossen kam, stand ich da wie angewurzelt und hatte den A-HA Effekt.

Es klappte ! Sogar 2 wütende kleine Kanaillen konnte ich erfolgreich abwehren. Natürlich klappt es nicht immer,

aber man lernt auch mit Misserfolgen viel besser umzugehen.

An einem Gruppenspaziergang in Wuppertal konnten wir auch schon teilnehmen. Das finde ich persönlich sehr sinnvoll, da dieser Spaziergang sehr der Realität nachkommt.

 

Momentan bin ich im Urlaub und arbeite wieder mit meinem Hundetrainer vor Ort. Dieser war ganz überrascht, über unsere positiven Veränderungen. Gemeinsame Spaziergänge mit seinen großen Jagdhunden und Pepper läuft sogar ohne Leine. Nachdem dieser Trainer mir im vergangen Jahr den richtigen Weg geebnet hat, bin ich total happy, daß ich zuhause Karin und Daniel habe, die mich und Pepper weiterhin begleiten und seine Resozialisierung fortführen. Vielen vielen Dank dafür.

 

 

Update 19.12.2014

 

Nun ist das Jahr fast zu Ende und ich bin jetzt seit Februar mit Pepper bei Cankuna.

 

Mittlerweile bin ich weit über das Ziel, welches ich erreichen wollte ( problemlos an anderen Hunden vorbei zu kommen) hinaus gekommen.

Pepper hat sich sehr verändert. Ich kann zwar nicht behaupten, dass er sich über die Anwesenheit von Artgenossen freut, aber er hat gelernt

sie zu akzeptieren. Im Oktober habe ich das Kommunikationsseminar besucht, welches mir sehr gut gefallen hat und die Lerninhalte helfen sehr,

die Hunde im Umgang miteinander, besser zu lesen. Vor allem fand ich sehr gut, dass Daniel das gesamte Material selber über viele Jahre zusammengetragen hat,und sich nicht an Fremdmaterial bedient hat. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil.

 

Seit Mitte November, gibt Daniel mir die Möglichkeit, regelmässig beim Gruppenspaziergang ganz in meiner Nähe, teilzunehmen.

 

Hier entwickelt Pepper sich jetzt wieder weiter und beginnt langsam mit seinen Artgenossen zu kommunizieren. Er zeigt ganz normales Abwehrverhalten,

wenn ihm etwas zuviel wird, und zeigt aber auch zunehmendes Interesse an den anderen Hunden. Für mich ist es immer noch unglaublich, mit einem Hund,

der sich ruhig und gelassen verhält, durch den Wald zu marschieren, ohne dass er wie eine Handgranate explodiert. Und wenn ich jetzt noch ruhiger würde …!

 

Ich freue mich auf das kommende Jahr und auf vielleicht schöne Workshops und Seminare, weil Stehenbleiben kommt für uns beide nicht in Frage.

 

Wir sind jetzt so richtig in Fahrt und ich bin sehr gespannt, was die nächste Zeit für uns beide bereit hält. Auf jeden Fall ist das Leben so viel einfacher und angenehmer geworden. Liebe Karin, lieber Daniel, vielen Dank für ein interessantes und lehrreiches Jahr und ohne Euch wäre ich immer noch auf der Flucht !

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