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Peter, Jutta und Cleo

Peter, Jutta und Cleo

Die Cleo Story

Cleo ist eine Leonberger Hündin. Als sie, ca. 2jährig, am 2. Juli 2016 zu uns kam, wussten wir nicht viel über ihre Vergangenheit. Nach einer Beschlagnahmung aus schlechter Haltung war Cleo im Tierheim gelandet. Sie wurde vermutlich als Welpe gemeinsam mit einem Schafpudel angeschafft. Diese beiden und weitere Hunde wurden offenbar auf einem nicht mehr bewirtschafteten Bauernhof isoliert gehalten und auch ansonsten sehr vernachlässigt.

Während unserer Besuche im Tierheim und auf den „Gassi Runden“ in ländlicher Gegend hatte sich Cleo uns gegenüber zwar eher zurückhaltend oder ignorant verhalten, aber sie war grundsätzlich freundlich und problemlos. Sie lief wacker mit. Dass sie eine „Wundertüte“ ist, war uns allerdings klar. Doch nach vielen Jahren Erfahrung im Umgang mit Hunden haben wir uns diese Aufgabe zugetraut. Zumal Leonbergern der Ruf vorauseilt ausgesprochen ruhige, geduldige, tolerante und problemlose Zeitgenossen zu sein.

Nach ihrem Einzug bei uns zeigte sich Cleo dann allerdings als unsicherer, knurrender, bellender und jagender Leonberger. Etwas Vergleichbares hatte die Gemeinde der Leonberger Fans in den Internet Foren noch nie gehört, nein, so etwas machen Leonberger nicht. Doch dies schien unsere Cleo nicht zu wissen.

Dass Cleo keine Treppen steigen wollte und Autofahren für sie der blanke Horror war, hat uns nicht überrascht. Ebenso dass Cleo keine Kommandos kannte, ist doch alles eine Frage der Übung. Sie wollte sich nicht bürsten lassen, dies hätten wir mit Geduld und Empathie wohl in den Griff bekommen. Aber als sie erste Besucher angeknurrt, angebellt und nach ihnen geschnappt hatte, dämmerte uns langsam, was der Begriff „Wundertüte“ wirklich bedeutete. Nach wenigen Tagen war uns klar, dass wir professionelle Hilfe brauchten.

 

Cleo hatte offensichtlich keine Idee davon wie man mit Konflikten umgeht. Sie hatte überhaupt kein Selbstvertrauen und keinerlei Erfahrungen „mit dem täglichen Leben“. Ihr Toleranzniveau tendierte gegen Null. Aus Unsicherheit ging Cleo lieber gleich nach vorne, Angriff ist die beste Verteidigung. Nicht nur Menschen, speziell Männer, sondern auch andere Hunde wurden angegangen und verbellt. Und Cleo hat einen ordentlichen Klangkörper, das kann sich schon ganz schön drastisch anhören, wenn sie loslegt. Cleo schoss mit Kanonen auf Spatzen, reagierte in jede Richtung oftmals völlig über: extrem unsicher, extrem enthusiastisch, extrem aggressiv. Oder aber sie machte einen teilnahmslosen Eindruck, schaltete irgendwie innerlich ab.

 

Cleo hielt sich anfangs nur in unserer Küche auf und die „Gassi Runden“ drehten wir ausschließlich in unserem Veedel. Letzteres viermal am Tag. Was anfangs noch problemlos möglich war, wurde dann immer mehr zum Spießrutenlauf. Dass Cleo so „wacker mitlief“ hatte zu Beginn nur einen Grund, sie hat schlicht abgeschaltet, war im „Tunnel“. Je mehr sie ihre Umwelt, und vor allem auch andere Hunde, wahrnahm, desto häufiger reagierte sie entweder ängstlich, enthusiastisch oder eben aggressiv. Besucher haben wir übrigens auch erst einmal nicht mehr eingeladen.

Damit hatten wir keinerlei Erfahrungen, waren schlichtweg überfordert. Einen Leonberger kann man kaum zu etwas zwingen und einen zweijährigen Leonberger kann man physisch nicht mehr eingrenzen.

Da musste ein Profi ran, das war uns schnell klar. Aufgrund einer Empfehlung sind wir dann auf Daniel gekommen. Ein absoluter Glücksgriff! Ein paar Tage später war Daniel schon bei uns. Seitdem geht es uns und vor allem Cleo sehr viel besser.

 

Unter Daniels Anleitung haben wir nur wenige Minuten gebraucht bis Cleo Treppen gegangen ist! Damit konnte Cleo endlich das ganze Haus erkunden, bei uns sein und sich ihre Rückzugsmöglichkeiten schaffen. Es war erstaunlich zu beobachten wie stolz und glücklich die Cleo war, als sie etwas für sie sehr schwieriges geschafft hatte. Erfolgserlebnisse schaffen, sagte Daniel, ist ganz wichtig für sie. Geübt wurde dann auch der Empfang von Besuchern. Daniel hat uns eindrucksvoll vorgeführt, wie unsichere Hunde sich selber alternative Lösungsmöglichkeiten erarbeiten können. Cleo hat dann schnell entschieden sich bei Besuch zurückzuziehen und darauf zu warten von uns dazu geholt zu werden. Danach legt sie sich auf ihren Platz im Wohnzimmer, wo sie niemand stören soll/darf.

Ins Auto einzusteigen hat ein wenig länger gedauert, aber auch diese Blockade hat Daniel gelöst. Cleo steigt über eine Rampe in den Kofferraum unseres Kombis. Anfangs musste Daniel allerdings in der Nähe sein, sonst hat die schlaue Cleo unsere Unsicherheit gnadenlos ausgenutzt und sich keinen Millimeter bewegt. Wir mussten erst lernen uns gegen den „Bollerkopp“ durchzusetzen, ohne selber rabiat oder aggressiv zu werden. Ungeduld führt zu Unmut! Wenn das Umsetzen nur immer so einfach wäre.

Daniels Ansatz – den Hund nicht vollquatschen, sondern Führung übernehmen und klare Regeln nicht nur aufstellen, sondern auch konsequent durchsetzen OHNE die Ruhe dabei zu verlieren – ist deshalb so überzeugend, weil er funktioniert. Ohne das Verhältnis Hund-Mensch zu belasten, im Gegenteil. Die eingesetzten Hilfsmittel (Hausleine, Blechnapf, Schlauch) sind genau das: Hilfsmittel um unerwünschtes Verhalten zu unterbrechen und alternatives Handeln zu fördern.

Durch Daniel haben wir gelernt Cleo besser zu verstehen und ihre Körpersprache zu lesen. Cleo ist ein ganz lieber und liebenswerter Hund. Sie hatte einen miesen Start ins Leben. Schwierige Blockaden hat Daniel bei Cleo persönlich gelöst. Darauf konnten wir aufbauen. Neben den Einzelstunden haben uns die Reso-Gruppe und die Gruppen-Spaziergänge enorm vorangebracht.

 

Cleo ist heute, nach 7 Monaten, meistens ausgeglichen, fröhlich und zufrieden. Nach ca. 3 Monaten bei uns hat sie das Spielen angefangen, mit uns und mit anderen Hunden. Cleo fährt gerne Auto. Sie ignoriert Besucher. Sie jagt keine Vögel mehr im Garten und auch die Eichhörnchen & Kaninchen auf unseren langen Spaziergängen im Wald ignoriert sie … meistens. Cleo lässt sich bürsten und duldet auch weitere nötige körperliche Manipulationen durch uns oder auch durch den Tierarzt. Sie läuft an der Langlaufleine und immer öfter auch schon frei. Bei Hundebegegnungen ist sie sehr viel entspannter – noch nicht immer, aber immer öfter.

Cleo ist auf dem besten Weg sich sicher und selbstsicher in unserem Umfeld zu bewegen. Sie wird einmal ein glücklicher Hund. Daran werden wir mit Daniel weiter arbeiten.

Die Cleo macht uns sehr viel Freude. Ihre Eigenarten und ihr Charakter haben uns dazu gebracht sie als eigene Rasse zu sehen: den Cleolinger 

Viele Grüße,

Jutta & Peter